OoosterEi!!!


Parental Advisory!
Ok, viel Spass mit Höllenbrand. Die Story ist ungefähr neun Jahre alt und ein typischer, pubertärer Wutausbruch: Ziemlich ungeschickt und holprig geschrieben, hunderte von weißt Du noch? und tausende von Adjektiven. Die Zeitfehler nicht zu vergessen und...ach, was weiß ich noch alles. Aber für mich war es ein wunderbar befreiender Rachefeldzug (der so manchen vor den Kopf gestossen hat, hehe)!

Inspirationsquellen waren mir v.A. so herrliche Schlachtplatten wie "Der Mitternachtsfleischzug" von Clive Barker. Subtilen Grusel und eine zurückhaltende Sprache darf man hier nicht erwarten! Splatterpunk a gogo, Baby...

Parentals Advisory!

 
Höllenbrand.

(c) A.Stiegler 1985-2005

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Es war kühl. Kühl und dumpf, aber das störte Robin schon lange nicht mehr. Er setzte sich schweigend hin um nach einer Weile zu erzählen, so zu erzählen wie er es jeden Abend tat. Niemand störte sich daran, nicht wahr, und so begann er auch diesmal ohne sich dabei etwas zu denken. Er setzte sich auf die vermoderte Couch und blickte sich um. Ruhiger als sonst kramte er in seinem Gedächtnis um der Vergangenheit erneut Leben einzuhauchen.

„Weißt du, ich war am Anfang ein ganz normaler Mensch. Ein ganz normaler Mensch, wie du es auch einmal warst. Nun, ich hatte Freunde, ging zur Schule, hatte Hobbys und war ein Teil der Gesellschaft. Nur die Gesellschaft war nicht sehr nett zu mir. Nein, das war sie nicht. Ihr anfängliches flüstern ließ mich kalt, auch als sie begann lauter zu sprechen. Ich ertrug es auch noch, als sie mich anbrüllte, doch dann begann sie zu treten. Zu treten, zu beissen und um sich zu schlagen. Sie hat mich oft getroffen, hat mir die Nase Gebrochen und so manche Rippe, welche mein Herz nur knapp verfehlten. Auch dieses Blut wischte ich mir aus dem Gesicht und versuchte ihr in die Fratze zu spucken. Doch eines Tages, ja genau, begann meine Anatomie zu knirschen und zu ächzen, drohte jeden Augenblick zu bersten, wobei das alles verzehrende Feuer versuchte meine Seele zu ersticken.

Das alles verzehrende Feuer. Die Liebe. Jeder kennt, es läßt es zu, wünscht es sogar. Genau wie ich. Die Gesellschaft hat es unter ihrem Mantel und dort ist es gut behütet. Das Feuer ist aber nicht so gnädig sein Opfer mit züngelnder Gier auf einen Sitz zu verschlingen, nein, es ist ein kleiner durchtriebener Bastard, der seine Beute dazu bringt, sich selbst blutige Löcher in das Fleisch zu reißen.“

Robins Erregung nahm wieder einmal zu und sein Adrenalinstoss stoppte erst, als er ein leises, hässliches Knacken vernahm, welches den modrigen Gestank, in dem er sich befand, zerriss.

„Oh mein Gott, das wollte ich nicht, du weißt das ich es nicht wollte!“

Er vergrub seinen Kopf in ihrem schwarzen Haar und strich sanft mit seinem Handrücken über ihre schmalen Wangen.

„Ja, natürlich verzeihst du mir, wie auch ich dir einst verziehen habe. Weißt du noch? Weißt du noch, wie wir uns damals kennengelernt haben?  Es war ein ganz normales Wochenende, ein Wochenende, an dem sich jeder von uns die gleichen Gedanken wie immer machte, so banal sie mir jetzt auch erscheinen mögen. Jeder dachte nur ans Saufen und Ficken. Oh Entschuldigung, du magst das Wort nicht? Tut mir leid, aber ich kann eine so verlogene Romantisierung wie miteinander schlafen nicht in den Mund nehmen um das menschliche Triebverhalten zu beschreiben. An dem Abend, als du dich deinen Trieben ergeben hättest, wenn nicht noch jemand anders Zimmer gewesen wären, willst du etwa behaupten ihr hättet euch geliebt, wenn ihr alleine gewesen wärt? Ist es nicht so, daß jeder sündige Gedanke in deinem Kopf, dich so geil gemacht hat, daß du dich hättest ficken lassen? Oh, wärt ihr doch nur alleine gewesen was, oder nein, viel besser... Wie wäre es gewesen, wenn ihr nur einen Zuschauer gehabt hättet?

Ja das gäbe diesem unseligen Spiel erst Sinn, einen Zuschauer, aber keinen Voyeur, niemand euresgleichen den diese Szene zur Ekstase getrieben hätte. Nein. Jemand, der an diesem Anblick zerbrechen konnte. Wäre das nichts gewesen? Wie hätte der Schmerz, den dieser Jemand versprüht hätte eure Geilheit ins unermessliche gesteigert, eure sadistischen Triebe befriedigt! Wäre die Befriedigung vollkommen gewesen? Besser gefragt, wie hätte es aussehen müssen, um euren unheiligen Höhepunkt zu erreichen? Hättet ihr ihn zusehen lassen, wie ihr euch wie die Tiere an euch selbst vergeht? Und hätte dieser andere Bastard, hätte er dir ins Gesicht gewichst, ja, hättest du es geschluckt um mit einem zufriedenen Lächeln zu dem anderen rüberzustieren, das Gesicht voller Sperma, und unter leisem seufzen bemüht auch den Geschmack des letzten Tropfens zu geniessen? Wann währt ihr zufrieden gewesen? Wenn er gekotzt hätte, gekotzt wie ein Schwein, alles auf den Boden, wenn er zusammengebrochen währe, oder wenn er mit den Fäusten gegen die Wand geschlagen hätte, bis der brüllende Schmerz seiner Knöchel das unheilige Siechtum in seiner Seele übertönt hätte? Wann, sag mir, wann währst du zufrieden? Wann...

Nun es waren Leute da, so reichte es nur für einen Kuss.

Hat er dir gefallen, sag es mir, hat er? Nein, lassen wir das, ich habe dir versprochen nichts mehr nachzutragen, das rührt mich immer so auf...

Wo hast du dich eigentlich die ganze Zeit rumgetrieben? Ich hatte dich ewig nicht mehr gesehen! Erst einen auf super Kumpel machen und uns alles wegsaufen und dann einfach nicht mehr kommen oder was? Na ja O.K. Man kennt das ja, so ist das nun mal, wenn man einen großen Bekanntenkreis  hat. 

Ach ja, war das eigentlich dein Plan? Ich meine der Typ, der einfach aufgekreuzt ist um sich irgendeine gottverdammte Scheiße aus den Fingern zu saugen, hatte er gewusst was du vorhast, ich meine war ihm bewusst, warum er sich diese Scheiße aus seinen geistigen Eingeweiden gewürgt hat?

Das war nur dein Plan, richtig? Dein Plan, meinen bittersüßen Schmerz auf den Höhepunkt zu treiben um sie dann endlich von mir zu nehmen, diese Last, die mich zu erdrücken drohte. Ich erinnere mich noch genau daran, wie sich seine Gestalt vor mir aufbaute um mir mit zitternden Fingern von seiner tollen Nacht mit dir zu erzählen, oh ja, jede Einzelheit sog er sich aus den Fingern. Bei den schlüpfrigsten Stellen seines verlogenen Luftschlosses kam er an mein Ohr, dass nur ich es verstehen konnte, doch ich hinterließ den Anschein, dass nichts an mir von seinem hormontriefenden Kauderwelsch zurückblieb außer seinem verschwitzten Händedruck.

Tatsächlich allerdings hat es genau das erreicht was du wolltest, nicht wahr? Das kafkaeske Element meines Lebens solltest du sein, nicht? Das wonach der Mensch mit seiner ganzen Kraft sucht es aber niemals, niemals zu finden vermag, das solltest du sein. Du hast es geschafft. Geschicktes kleines Mädchen.

Oh, ja ich wollte dich haben, mit jeder Faser meines Körpers wollte ich es, dich haben, das Feuer löschen, welches mit seinen Zungen mein Herz versengt, bis es blutige Blasen wirft und letzten Endes zu schlagen aufhört.“

Augenblicklich hielt Robin inne, sah tief in die Augen des Mädchens, dass er in den Armen hielt. Zärtlich strich er mit seinem Handrücken über ihre Wangen, schloss seine Augen und begann sie zu küssen. So wie er seine Zunge in ihrem Mund versenkte, kamen sie wieder. Die Erinnerungen. Mit ihnen die Gefühle, die Hoffnungen, die Ängste. Und der Hass.

Sein Blick fiel auf den Jugendlichen, der in der Ecke saß, einst sein bester Freund, er saß einfach da und starrte zu den beiden herüber.

„Oh Gott, dieser miese kleine Hurensohn, hörst du mich, du Hurensohn, hörst du mich? Ich hatte es dir damals versprochen, ja genau, lass deine verdammten Finger weg von ihr, hatte ich dir gesagt, doch du spieltest nur den Freund, der so etwas niemals tun würde. Nein niemals, nicht wahr? Du HAST es schon mal getan vergiss das nicht, war meine Antwort, doch du, du hast nur dreckig gelacht und dich umgedreht, und jetzt? Jetzt sitzt du da, stierst mich an, verdammt hör auf mich anzuglotzen, hör auf  sie anzustieren, oder ich reiße dir die Augen aus deinem widerlichen Schädel.

Oh nein, nicht schon wieder, so hatte ich mich schon einmal gefühlt. Oh, ja, weißt du noch? Du hast eine Party organisiert und wir waren alle eingeladen.

Alle sollten wir zu dieser Hütte kommen, zu dieser hier im Wald und keiner sollte erfahren, das wir hier sind, nicht wahr? Ja, wir kamen nachts um zehn Uhr, es war doch zehn Uhr ? Jedenfalls kamen wir nachts an. Es war dunkel, unheimlich und lange Schatten spukten durch die Kulisse, wobei die aufgestellten Kerzen kaum den Raum zu erleuchten vermochten. Nachdem sich meine Augen an das flackernde Zwielicht gewöhnt hatten, erkannte ich alle, die da waren. Zuletzt Vinnie.

So etwas werde ich niemals tun, nicht wahr, Vinnie? Wie hämisch hast du gelacht, als mein Blick auf dich fiel, und dann hast du sie belästigt, weist du noch, Schatz, wie er dich belästigt hat, wie er dabei gelacht hat? Dann hat er dir die Zunge in den Hals geschoben, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Du konntest es nicht sehen, das dumpfe, unterschwellige, tiefrote Glühen in seinen Augen, es schien sich direkt in mein Hirn zu bohren. Ähnlich wie die Stimme. Noch nie hatte ich in meinem Leben eine diabolischere  Dissonanz ertragen müssen, wobei ihre Botschaft den Weg in mein Bewusstsein fand ohne über Vinnies Lippen zu kriechen. Möchtest du sehen wie ich sie missbrauche , Robin?  Der donnernde Druck auf meinen Schläfen schwoll immer weiter an. Möchtest du spüren wie ihre Seele unter dem Druck zerreisst, wie die letzte Hoffnung in ihrem Blut ertrinkt?

Schmerzgebeugt ging ich auf das Monster – Vinnie Ding zu, wobei sich alle anderen zu mir drehten  Es fühlte sich so seltsam an, wie in einem Kreisel wechselten die Perspektiven in meinem Kopf, immer wieder sah ich mich selbst, dann musste ich erneut den Anblick des sabbernden Mobs ertragen dessen flackernde Blicke die Aura des Raumes in kleine Stücke rissen. Ich dachte mein Schädel würde jede Sekunde platzen und der Orkan darin für immer verstummen.

Das darf ich nicht zulassen dachte ich mir, versuchte mit letzter Kraft die Gabel zu erreichen und schlich auf diesen widerlichen Bastard zu. Du standest da, starr vor Angst und unfähig auch nur einen Laut über die Lippen zu lassen, während seine Klauen unter deinem T-Shirt deine unschuldigen Brüste besudelten, aber ich trieb ihm die Gabel durch.

Oh, wie hat er geschrien, sein Gesicht nahm wieder Vinnie Gestalt an und Tränen liefen ihm in Bächen herunter. Oh wie er bluffte, der Herr der Fliegen, doch ich ließ mich nicht einschüchtern, er sprang auf mich zu, nein er schlich auf mich zu, die beiden Hände ausgestreckt wobei er wimmerte wie ein kleines Kind, kam immer näher heran, immer näher, aber mein Mitleid sollte er nicht bekommen. Ich rammte ihm die Gabel in die Kehle, wie gut durchdacht war seine Show, er wand sich in scheinbaren Höllenqualen und kam auf mich zu, kotzte Blut auf mein schönes Hemd, kotzte alles voll. Krämpfe verzerrten seine dämonische Fratze noch mehr, so das ich erst später die anderen beachten konnte. Die ersten versuchten in wilder Panik zu fliehen, als sie meine Entschlossenheit erkannt hatten. Niemand sollte entkommen und seine teuflische Saat auf dieser Welt verbreiten, niemand sollte mich bekommen. Und Niemand durfte dich bekommen.

So warf ich eine Flasche nach dem ersten der fliehen wollte. Ich traf ihn am Kopf und das verfehlte seine Wirkung nicht aber dennoch lag so etwas nicht in meiner Absicht. Die scharfen Kannten des zerborstenen Wurfgeschosses durchtrennten das Gewebe von Gesicht und Hals und der dunkelrote Alptraum ergoss sich in bizarr abstoßendem Rhythmus auf den Boden. Die Kreatur hielt sich beide Hände an das klaffende Fleisch, doch den wilden Strom vermochte sie nicht zu bändigen. Es waren die Augen, hilfesuchend und scheinbar fassungslos starrten sie mich an, bis das Glühen endlich von ihnen genommen wurde.

Ich zweifelte an meiner Entschlossenheit und meine Hände begannen zu zittern, nein so etwas hatte niemand verdient! Doch da kamen schon die anderen Fratzengesichter auf mich zu, was mir keine andere Wahl ließ als den Schürhaken zu nehmen und mich zur Wehr zu setzen. Niemals werde ich die Schreie vergessen, das viele, viele Blut und das Geräusch zerbrechender Knochen, das ich noch heute höre, wenn ich nachts aufwache. Doch beinahe hätten sie mich in ihrer Niedertracht erwischt, als mich der letzte von hinten packte und einen solchen Augenblick der emotionalen Schwäche ausnützen wollte. Also blieb mir erneut keine Wahl, mit einem Ruck rammte ich meinen Daumen hinter mich und ein spitzer Schrei, helles Blut und eine geleeartige Flüssigkeit, die meine Hand hinablief, teilten mir mit, dass diese Hölle nun endlich, endlich vorbei war.

Jetzt waren wir alleine im Raum. Alleine und sicher, nur wir zwei. Doch du hattest einen Schock, weißt du noch? Geschrien hast du, wie am Spieß geschrien und um dich geschlagen. Wie oft hatte ich dir gesagt, dass ich keiner von ihnen wäre, doch du schienst mir nicht zu glauben, es war wohl ein schwerer, böser Schock. Ich kam dennoch auf dich zu und hielt dir den Mund zu, damit er nachlässt, weist du, der Schock. Anfangs hast du dich stark gewehrt und ich hätte mich selbst dafür töten können, etwas gegen deinen Willen zu tun. Bald aber wurdest du ruhiger, doch ich ließ erst los als du reglos in meinen Armen lagst. Reglos und still. Nun war es vorbei. Alles war voller Blut, aber es war nur das Blut dieser Geschöpfe, dass den Raum, dass mich besudelte. So still...

Ich legte dich auf die Couch, ja und wir liebten uns, zum ersten mal und so beschlossen wir auch für immer hier zu bleiben, für immer. Die Leichen der monströsen Lebensformen waren nichtig, genau wie der Geruch, das einzige was zählte waren wir beide. Bis wir stürben wollten wir hier bleiben und uns immer an jenen seligen Abend erinnern, der uns dieses Glück beschert hatte. Niemals mehr nach draußen gehen.

So ernährte ich mich von dem modrigen Wasser, welches an Regentagen durch die undichten Stellen des Daches troff und von den Kadavern der Ungeheuer. Seltsam schmeckt das Fleisch und bekommt langsam eine seltsame Farbe. Sicherlich haben die unheiligen Horden dieses Fleisch vergiftet, manchmal habe ich schreckliche Bauchschmerzen und dann muss ich mich übergeben.

Anfangs dachte ich mir, ich hätte mir nur den Magen verdorben, was ja nichts ungewöhnliches wäre, aber mittlerweile ist auch Blut im Erbrochenen. Eklig, dunkles Blut mit einem widerlichen Geschmack. Auch heute fühle ich mich nicht sehr gut, ich bin müde, so müde. Ich werde mich jetzt zu dir legen und schlafen, für immer schlafen glaube ich, und wir werden für immer zusammen sein. Für immer.“

Ende.



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